Jeder, der in Deutschland das klassische Orgelspiel erlernt, wird früher oder später mit dem Orgelwerk Pachelbels konfrontiert. Es gibt darüber keine Statistiken, aber nach Bach dürfte Pachelbel wohl der meist gespielte Orgelkomponist in Deutschland sein. Wie so oft besteht auch bei Pachelbel die Gefahr, dass über seinen hohen Gebrauchswert sein wahrer Genius, den seine Zeitgenossen noch sehr schätzten, in Vergessenheit gerät. Eine Gesamteinspielung seines Orgelwerkes kann nur den Sinn haben, diesen wahren Genius zu suchen und einer Hörergemeinde wieder näherzubringen. Die Verwendung von Orgeln, deren Klang schon zu Pachelbels Lebzeiten die Herzen der Menschen erfreute, ist ein Schlüssel zu einem authentischen Pachelbelerleben. Es ist ein großes Glück, dass mit der Festorgel in der Stiftskirche Klosterneuburg eines der bedeutendsten Instrumente des 17. Jahrhunderts weitgehend erhalten ist und von der Firma Kuhn vorbildlich restauriert und wenn nötig, möglichst originalgetreu rekonstruiert wurde. Mit der Klosterneuburger Orgel konnte ein Instrument gefunden werden, das dem Wirkungskreis Pachelbels (siehe Wienaufenthalt) sehr nahe stand und auf dem er zumindest theoretisch auch gespielt haben könnte. Nähere Bezüge gibt es bei keinem anderen Instrument aus jener Zeit. In dieser Doppel-CD sind nur als gesichert geltende Orgelwerke Pachelbels enthalten. Als Grundlage dient der 2004 entstandene „The Thematic Catalogue of the Musical Works of Johann Pachelbel“ von Jean Michel Perrault.